Der Neurologe hat es mir erklärt, als wäre ich ein Kind. Und ehrlich? Genau das brauchte ich.
„Magnesium ist wie ein weiches Kissen für deine Muskeln”, sagte er. „Aber nachts liegt dein Körper ja schon ruhig im Bett. Wach ist dein Nervensystem. Das läuft noch auf Hochtouren.”
„Nachts sollte dein Stresshormon Cortisol ganz unten sein. Bei vielen Frauen bleibt es oben. Dann springt dein Gehirn mitten in der Nacht an, als gäbe es einen Notfall. Du bist müde, aber hellwach.”
„Und Melatonin?”, fragte ich.
„Melatonin stellt nur die Uhr. Es sagt deinem Körper: Es ist Nacht. Den Alarm schaltet es nicht ab. Deshalb schläfst du damit vielleicht ein. Aber um 3 Uhr bist du wieder wach.”
Ich habe im Kopf nachgerechnet.
„Also habe ich drei Jahre lang nur die Muskeln behandelt? Und mein eigentliches Problem gar nicht?”
„Im Grunde ja.”
Dann sagte er etwas, das mich sprachlos machte:
„Und jetzt kommt das Entscheidende. Es gibt Pflanzenstoffe, die genau da ansetzen. Safran zum Beispiel. In Studien haben Menschen mit Safran-Extrakt besser geschlafen und sich weniger gestresst gefühlt. GABA ist der Botenstoff, mit dem dein Gehirn selbst auf leise schaltet. Und Reishi, ein Pilz, den man in Asien seit Jahrhunderten am Abend nimmt. Die beruhigen, statt zu betäuben. Dein Nervensystem fährt runter, und du bist morgens nicht benebelt.”
„Deshalb schlafen so viele wieder durch, sobald sie am Nervensystem ansetzen statt an den Muskeln. Und sie wachen erholt auf statt erschöpft.”
Ich fragte: „Warum weiß mein Hausarzt das nicht?”
„Im Medizinstudium gibt es kaum Stunden zu Ernährung. Zu Nahrungsergänzung praktisch keine. Wenn dein Arzt sagt ‚Nimm mal Magnesium’, meint er es gut. Er weiß nur nicht, dass Magnesium dein Problem gar nicht trifft. Das ist, als würde er sagen ‚Nimm mal ein Medikament’, ohne zu sagen, welches und warum.”